ASciNA Award 2010

Die mit je 10.000 Euro dotierten ASciNA Awards wurden am 17. Sept. 2010 von BMWF-Generalsekretär Friedrich Faulhammer und ASciNA-Präsident Peter Nagele im Namen von Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl an die Preisträger überreicht. Die Verleihung fand am Vorabend des „Austrian Science Talk“ in Vancouver, Kanada, statt.

Nagele (Ascina), Müller (postdoc Awardee), Munk (Ehrenkreuz), Wernig (PI awardee), Faulhammer (BMWF), Marxgut (OST)

Mit dem Young Scientists Award wurde Dr. Thomas Müller ausgezeichnet, der inzwischen wieder von seinem Forschungsaufenthalt am IBM Thomas J. Watson Forschungszentrum in New York an die TU Wien zurückgekehrt ist. Er überzeugte mit seiner Publikation "Graphene photodetectors for high-speed optical communications" in Nature Photonics (Vol. 4, Mai 2010). Thomas Müller ist es erstmals gelungen, einen auf Graphen basierenden Photodetektor herzustellen. Graphen ist eine Kohlenstoffschicht, die nur ein Atom dick ist – gewissermaßen ein Blatt Papier aus Kohlenstoffatomen, aber eine Million mal dünner. Dieses erste, zweidimensionale Material gilt seit einigen Jahren als Hoffnungsträger in der Elektronik, wo es auf längere Sicht Silizium ablösen könnte. Graphen ist nicht nur das dünnste, steifste und stärkste bekannte Material; es besitzt auch die höchste Wärmeleitfähigkeit, ist absolut undurchlässig für Gase, und es leitet elektrischen Strom bei Raumtemperatur besser als alle anderen Materialien. Auch die optischen Eigenschaften können sich sehen lassen: Es absorbiert Licht mindestens 10-mal stärker als die meisten anderen Stoffe und ist somit, obwohl nur ein Atom dünn, mit freiem Auge sichtbar.

Dr. Marius Wernig, der in Stanford forscht, wird für seine Publikation"Direct conversion of fibroblasts to functional neurons by defined factors" (Direkte Umwandlung von Fibroblasten in funktionierende Neurone mit definierten Faktoren) in Nature 463, 1035-1041 (25. Februar 2010) mit dem Junior Principal Investigators Award ausgezeichnet. Das Team um Wernig hat erfolgreich bewiesen, dass die direkte Umwandlung von Hautzellen (Fibroblasten) in funktionierende Nervenzellen, von den Forschern induzierte Neurone oder iN-Zellen genannt, durchÜberexpression von drei gewebespezifischen Genen in Mäusen erreicht werden kann. Induzierte Neurone (iN-Zellen) haben eine Schlüsselfrage in der Stammzellforschung beantwortet und sind ein attraktiver Weg, um in Zukunft neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Schizophrenie, Depression, aber auch Multiple Sklerose therapieren zu können, sofern ein besseres Verständnis des Transdifferenzierungsprozesses besteht und eine sichere Anwendung gewährleistet werden kann.

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