ASciNA Award

Der von ASciNA ausgeschriebene und vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) mit Preisgeldern von 10.000 Euro (Junior Principal Investigator), sowie zwei Mal 7.500 Euro (Young Scientist) dotierte ASciNA Award ist ein Wissenschaftspreis, der ausschließlich an NachwuchsforscherInnen für ihre exzellenten wissenschaftlichen Publikationen vergeben wird, die sie innerhalb der letzten zwölf Monate vor Einreichung veröffentlicht und während eines Aufenthaltes an einer nordamerikanischen Forschungseinrichtung erarbeitet haben. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch den österreichischen Wissenschaftsfonds FWF auf Basis einer internationalen Begutachtung.


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ASciNA Award 2017

Die ASciNA Preise 2017 wurden am Samstag, den 7. Oktober, im Rahmen des ARIT in Austin, Texas vergeben.
Dietmar Offenhuber (Junior Principal Investigator), sowie Sandra Eibenberger und Isabella Rauch (Young Scientist) wurden für außerordentliche Forschungsleistungen, die sie in den USA erbracht haben, mit den diesjährigen ASciNA-Awards ausgezeichnet.

„Mit den Auszeichnungen wollen wir die exzellenten Leistungen österreichischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland würdigen. Alle drei Preisträger und Preisträgerinnen haben ihre internationalen Karrieren in Österreich begonnen und sind damit auch wichtige Botschafter unseres Landes und unserer Hochschulen. Der Austausch mit heimischen Spitzenforschern im Ausland fördert den internationalen Forschungsdialog und ermöglicht neue Kooperationsmöglichkeiten, die den Wissenschaftsstandort wesentlich stärken“, sagt Wissenschafts- und Forschungsminister Harald Mahrer.

ASciNA Award 2017

Preisträger Sandra Eibenberger, Dietmar Offenhuber, Isabella Rauch
Copyright: Office of Science and Technology Austria - Washington, DC Courtesy of: Scott Mason Photography

In der Kategorie „Junior Principal Investigator“ wurde heuer Dietmar Offenhuber ausgezeichnet, der nach dem Architekturstudium an der Technischen Universität und erster Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hagenberg und der Kunstuniversität Linz sein Doktorat im Fachbereich Urban Studies and Planning 2014 am Massachusetts Institute of Technology abgeschlossen hat. Als nunmehriger Assistant Professor an der Northeastern University verfasste er die nun ausgezeichnete Arbeit „Waste Is Information“, welche im September 2017 unter dem Verlag MIT Press publiziert wurde. In dieser Publikation untersucht Dietmar Offenhuber innovative Abläufe und Technologien zum Monitoring und Visualisierung von Abfall-Systemen, um zu ergründen wie Bürger und Stadt-Verwaltungen mittels urbaner Infrastruktur-Systeme interagieren.

Sandra Eibenberger wechselte nach ihrer Promotion im Jahr 2015 an der Universität Wien in Physik als Post-Doctoral Research Fellow an das Department of Physics der Harvard University. Die mit dem ASciNA-Award ausgezeichneten Forschungsarbeit „Enantiomer-Specific State Transfer of Chiral Molecules”, welche 2017 in dem angesehenen Fachjournal “Physical Review Letters” erschienen ist, widmet sich dem Thema der Chiralität (“Händigkeit”) von Molekülen. Chirale Moleküle liegen in zwei spiegelbildlichen Formen – genannt Enantiomere – vor, welche etwa in biologischen und chemischen Prozessen unterschiedliche Effekte hervorrufen können. In ihrer Publikation demonstriert Sandra Eibenberger eine Methode, welche es erlaubt Enantiomere nach Herabkühlung mittels kryogenem Puffergas in einen bestimmten Rotationszustand zu bringen, und dadurch besser trennen zu können. Diese neue Methode der physikalischen Trennung von Enantiomeren hat das Potential, die unterschiedlichen Effekte dieser Molekül-Spiegelbilder einzeln zu untersuchen. Dies hat unter anderem Relevanz im Bereich der Arzneimittel-Entwicklung, wo unterschiedliche Enantiomere desselben Moleküls für erwünschte und unerwünschte Wirkungen verantwortlich sein können.

Isabella Rauch absolvierte ihr Doktorat für Biochemie und Molekulare Biologie an der Universität Salzburg, und übersiedelte nach einem Forschungsaufenthalt an den Max-Perutz Laboratories der Universität Wien im Jahr 2013 an die University of California in Berkeley, wo sie also Post-Doctoral Research Fellow am dortigen Department of Molecular and Cell Biology tätig ist. Die mit dem Young-Scientist Award ausgezeichnete und im Fachjournal Immunity publizierten Arbeit untersucht den Wirkmechanismus eines Immunosoms des Magen-Darm Trakts, welches in den Zellen der Darmschleimhaut eine zentrale Rolle im molekularen Heilungs-Prozess nach Infektionen spielt. Immunosome sind Sensor-Moleküle im Zellinneren, welche nach Eindringen von schädlichen Organismen wie Bakterien, Viren und Toxinen aktiviert werden. Diese Erst-Beschreibung der Kaskade der Immunosom-getriggerten Immun-Aktivierung in der Darmschleimhaut hat unmittelbare Auswirkung auf das Verständnis, wie der Verdauungstrakt mit Hilfe einer koordinierten Reaktion effizient auf eine Infektion reagieren kann.

Beiden Preisträgerinnen in der Kategorie „Young Scientist“ wurde der Forschungsaufenthalt in den USA durch Erwin Schrödinger Stipendien des FWF ermöglicht. Die feierliche Verleihung der Awards durch die zuständige Sektionschefin im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Barbara Weitgruber, fand am 7. Oktober 2017 im Anschluss an den hochkarätig besuchten „Austrian Research and Innovation Talk - ARIT“ in Austin (Texas, USA) statt.

„Es freut mich dass wir heuer mit der Verleihung der ASciNA Preise bereits zum 10. Mal ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen junger österreichischer Forschender in Nordamerika setzen können“, beschreibt Barbara Weitgruber, Leiterin der Sektion für Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten im BMWFW den Grund für die Vergabe der ASciNA Awards. „Dass das Potenzial der ASciNA Preisträger und Preisträgerinnen ein wirklich herausragendes ist, beweist unter anderem die Tatsache, dass eine der Gewinnerinnen von 2015 heuer einen der begehrten und mit 1,5 Mio. Euro dotierten Starting Grants des European Research Councils einwerben konnte. Das ASciNA Netzwerk ist in unseren Aktivitäten in Nordamerika nicht nur ein langjähriger und engagierter Partner des BMWFW in der Organisation der ASciNA Awards. Es trägt darüber hinaus in vielfältiger Weise zur Vernetzung der österreichischen Forschenden in Nordamerika bei und bildet eine wichtige Brücke zur Forschungscommunity in Österreich und Europa“.

ASciNA Award 2016

Die Gewinner der ASciNA Awards 2016 wurden am 22. Oktober im Rahmen des Austrian Research and Innovation Talk (ARIT) in Toronto (Kanada) bekannt gegeben. Die Preise gingen an den Ökonomen Maximilian Kasy, den Molekularbiologen Georg Winter und den Physiker Philipp Haslinger.

ASCINA Award 2016

Foto: v.l.n.r.: Arno Riedel - Barbara Weitgruber - Georg Winter - Maximilian Kasy - Philipp Haslinger - Klement Tockner - Franz Franchetti - Clemens Mantl
© Office of Science and Technology Austria - Washington, DC. Courtesy of: Josh Fee Photography

Junior Principal Investigator

Der mit 10.000 Euro dotierte "Junior Principal Investigator" Award ging an Maximilian Kasy, der seit 2012 eine Position als Assistant Professor am Department of Economics der Harvard University inne hat. Seine Arbeit widmete sich der Frage, wie man am besten die Fälle für Studien auswählt, beispielweise Patienten für eine klinische Studie. Laut Kasy ist die Zufallsauswahl dabei nicht immer die beste Methode. "Wenn man etwas über die Fälle weiß, dann sollte man diese Information auch nutzen", sagte Kasy. Der Preisträger entwickelte ein Verfahren zur Optimierung der Fallauswahl, wobei er das Optimum darin sieht, den Zufall gänzlich wegzulassen. Kasys Arbeit wird in der Fachzeitschrift "Political Analysis" erscheinen.

Young Scientists

Georg Winter, seit 2013 als Postdoc am Department of Medical Oncology des Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical tätig, erhielt einen der beiden mit je 7.500 Euro dotierten Preise in der Kategorie "Young Scientists". Seine im Vorjahr in Science veröffentlichte Arbeit bezeichnen die Gutachter als "wichtiger Durchbruch" in der Medikamentenentwicklung, weil die beschriebene Methode den zielgerichteten Abbau krankheitsrelevanter Proteine ermöglicht.
Winter und seine Kollegen entwickelten Moleküle, die spezielle Proteine erkennen und die "zelluläre Müllabfuhr" dazu bringen, diese Proteine abzubauen. Dadurch könne beispielsweise das Tumorwachstum eingeschränkt werden. Georg Winter ist nach Österreich zurückgekehrt und forscht derzeit in Wien am Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Der zweite "Young Scientists"-Award geht an Philipp Haslinger, Schrödinger-Stipendiat und seit dem Vorjahr Postdoc am Department of Physics der University of California in Berkeley.
Haslingers in Science veröffentlichte Arbeit bringt laut Gutachten "die wissenschaftliche Suche nach dem Nachweis 'Dunkler Energie' von riesigen Beschleunigern auf den Lasertisch und ermöglicht es damit mehreren Gruppen weltweit, experimentell an diesen Messungen teilzunehmen". Die rätselhafte "Dunkle Energie" wäre eine mögliche Erklärung dafür, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt. Wenn es also eine weitere Grundkraft gibt - bisher sind vier bekannt - müsste man sie auch messen können. Diese Messung ist bisher noch nicht gelungen. Philipp Haslinger und seine Kollegen versuchen, mit Hilfe der sogenannten Atominterferometrie die Beschleunigung einzelner Atome extrem genau zu messen.

Pressestimmen:

ASciNA Award 2015

Die ASCINA Preisträger 2015 sind Josef Pradler in der Kategorie „Young Principal Investigator", Anna Obenauf und Gustav Oberdorfer wurden in der Kategorie „Young Scientist" ausgezeichnet. Die Verleihung durch die zuständige Sektionschefin im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Barbara Weitgruber, fand am 7. November 2015 im Anschluss an den „Austrian Research and Innovation Talk" in San Francisco statt.

Foto: v.l.n.r.: Clemens Mantl - Barbara Weitgruber - Josef Pradler - Anna C. Obenauf - Gustav Oberdorfer -Christine Mannhalter - Franz Franchetti
Foto Credit: Jeff Rumans

Junior Principal Investigator:

Josef Pradler, PhD (Johns Hopkins University, Baltimore, MD; nun: Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschaften): “Dark Energy from the String Axiverse”, Physical Review Letters, Dec 2014. Die Arbeit von Dr. Pradler widmet sich der dunklen Materie, und der Frage nach der Ursache der sich beschleunigenden Expansion des Universums.

Young Scientists:

Anna C. Obenauf, PhD (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, NY): "Therapy-induced tumour secretomes promote resistance and tumour progression”, Nature, Apr 2015. In ihrer Arbeit konnte Dr. Obenauf Mechanismen der Resistenzentwicklung von Tumoren gegen Chemotherapien beschreiben, sowie im Tierexperiment einen potentiell bahnbrechenden Therapieansatz zur Reduktion der Metastasierung von Tumoren nachweisen.

Gustav Oberdorfer, PhD (Univ. of Washington, Seattle, WA): "High thermodynamic stability of parametrically designed helical bundles”, Science, Oct 2014. Dr. Oberdorfer präsentiert eine neue Methode zur Herstellung von außergewöhnlich stabilen Proteinen zur Anwendung in der Nanotechnologie, welche einen einen Meilenstein im Protein-Design darstellt.

ASciNA Award 2014

Die ASCINA Preisträger 2014 sind Sonja Schmid in der Kategorie „Young Principal Investigator", Mariella Gruber-Filbin und Simon Gröblacher wurden in der Kategorie „Young Scientist" ausgezeichnet.
Die Verleihung durch die zuständige Sektionschefin im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Barbara Weitgruber, fand am 11. Oktober 2014 im Anschluss an den „Austrian Research and Innovation Talk" in Boston statt.

Foto: v.l.n.r.: Philipp Marxgut - Barbara Weitgruber - Mariella Gruber-Filbin - Simon Gröblacher - Sonja Schmid - Pascale Ehrenfreund - Hubert Zajicek
Foto Credit: David Fox / Weitere Fotos auf Flickr

Die vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mit einem Preisgeld von 10.000 Euro bzw. je 7.500 Euro dotierten Preise werden vom Netzwerk „Austrian Scientists and Scholars in North America" (ASCINA) ausgeschrieben und durch eine vom Wissenschaftsfonds FWF beschickte internationale Fachjury begutachtet.

Sonja Schmid - The Pre-Chernobyl History of the Soviet Nuclear Industry
In der Kategorie „Young Principal Investigator" wurde Sonja Schmid, Assistant Professor am Virginia Polytechnic Institute and State University (VirginiaTech), für ihr demnächst im renommierten Wissenschaftsverlag MIT Press erscheinendes Buch „The Pre-Chernobyl History of the Soviet Nuclear Industry" ausgezeichnet. An der Universität Wien und der Cornell University ausgebildet, forscht Sonja Schmid seit sechs Jahren am nahe Washington DC gelegenen VirginiaTech Department of Science and Technology in Society. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Forschungs- und Technologiepolitik, Risikoanalysen, Energiepolitik sowie nukleare Proliferation.

Mariella Gruber-Filbin - Coordinate activation of Shh and PI3K signaling in PTEN-deficient glioblastoma: new therapeutic opportunities
Gruber-Filbin, Post-Doc am Dana-Farber Cancer Institute in Boston, promovierte 2004 sub auspiciis praesidentis an der Medizinischen Universität Graz. Ihre in „Nature Medicine" veröffentlichte und nun mit dem ASCINA-Award ausgezeichnete Forschungsarbeit über Hirntumore führte bereits zu einer internationalen Multi-Zentrum Studie und könnte einen Durchbruch in der Behandlung bösartiger Tumore bei Kindern und Erwachsenen darstellen.
Gruber Filbin, M., et al. (2013). "Coordinate activation of Shh and PI3K signaling in PTEN-deficient glioblastoma: new therapeutic opportunities." Nat Med 19(11): 1518-1523.

Simon Gröblacher - Squeezed light from a silicon micromechanical resonator
Gröblacher hat bis August 2014 als Post-Doc am California Institute of Technology (Caltech) geforscht und wird im November eine Assistenzprofessur an der Universität Delft in den Niederlanden antreten. Der Absolvent der Universität Wien beschäftigt sich mit Quanten-Optomechanik. Seine in „Nature" veröffentlichte Arbeit über „squeezed light" eröffnet neue Möglichkeiten für präzise optische Messungen und neue Sensor-Applikationen.
Safavi-Naeini, A. H., et al. (2013). "Squeezed light from a silicon micromechanical resonator." Nature 500(7461): 185-189.

"Mit diesen Preisen würdigen wir die exzellente Arbeit österreichischer Wissenschaftler im Ausland. Alle drei Preisträger haben den Grundstein ihrer internationalen Karriere in Österreich gelegt und sind damit auch wichtige Botschafter unseres Landes und des Hochschulsystems. Der Austausch und der Kontakt mit heimischen Spitzenforschern im Ausland haben einen hohen Stellenwert und helfen dabei, die Verbindungen mit Österreich aufrechtzuerhalten und zu intensivieren", sagt Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner.

„Das ASCINA Netzwerk mit seinen Mitgliedern in Nordamerika und Österreich ist ein leuchtendes Beispiel für Vernetzung und Wissensaustausch.", beschreibt Barbara Weitgruber, Leiterin der Sektion für Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten im BMWFW die Bedeutung von ASCINA. „Der Award ist eine Geste der Anerkennung und der Wertschätzung, die das BMWFW jungen österreichischen Forscherinnen und Forschern des ASCINA-Netzwerks entgegenbringt, die durch ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und ihr großes Engagement eine wichtige Funktion in der transatlantischen Kooperation und im Wissensaustausch haben."

ASciNA Award 2013

Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle gratuliert Harald Ott und Michael Grünwald. Die (ehemals) in den USA tätigen österreichischen Forscher sind für ihre 2013 in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften „Nature“ bzw. „Nano Letters“ veröffentlichten Arbeiten mit den diesjährigen ASCINA-Awards ausgezeichnet worden. „Die ASCINA-Awards sind eindrücklicher Beleg für die Exzellenz und Internationalität heimischer Nachwuchswissenschaftler“, so Töchterle. Der Tiroler Harald Ott und der Wiener Michael Grünwald erhielten den mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preis gestern Abend im Anschluss an den „Austrian Science Talk“ in San Francisco von Mag. Barbara Weitgruber, Sektionschefin im Wissenschafts- und Forschungsministerium, verliehen.

Personen v.l.n.r. Barbara Weitgruber (BMWF), Botschafter Hans-Peter Manz, Harald Ott (Junior PI Award), Michael Grünwald (Young Scientists Award), Pascal Ehrenfreund (FWF), Hubert Zajicek. Fotocredit: Seth Joel

„Der ASciNA Preis ist ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung des Wissenschaftsministeriums für die in den USA und Kanada tätigen österreichischen Forscherinnen und Forscher“, unterstreicht Barbara Weitgruber, Leiterin der Sektion für Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten im BMWF, die Bedeutung des Preises. „Der Preis stellt außerdem einen Brückenschlag zwischen Österreich und Nordamerika dar, wird doch damit auch die Kommunikation zwischen österreichischen Nachwuchsforschenden in Nordamerika und der österreichischen Forschungscommunity gefördert.“


Harald Ott – biotechnische Züchtung lebenswichtiger Organe
In der Kategorie „Principal Investigator“ wurde heuer Harald Ott für seine in „Nature“ publizierten Erfolge bei der biotechnischen Züchtung einer künstlichen Niere ausgezeichnet. An der Medizinuniversität Innsbruck ausgebildet, leitet Harald Ott seit 2008 mittlerweile sein eigenes Labor an der Medical School in Harvard. Er entnimmt an seinem Labor Spenderorganen noch lebende Zellen, aus denen sich neue Organe bilden sollen, die anschließend in einen lebenden Körper implantiert werden können. Diese Technik könnte schon in naher Zukunft die Transplantationsmedizin revolutionieren.

Michael Grünwald – Nano-Kristalle

Der Preisträger des „Young Scientist Award“, Michael Grünwald, beschreibt, wie Nanokristalle dazu gebracht werden können, ihre Hochdruck-Struktur auch bei normalem Druck beizubehalten. Grünwald, der mit einem Erwin-Schrödinger-Stipendium des österreichischen Wissenschaftsfonds als Fellow an der University of California in Berkeley forschte, arbeitet mittlerweile als Computerphysiker an der Universität Wien. Seine preisgekrönten Forschungsergebnisse wurden heuer in in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nano Letters“ der American Chemical Society veröffentlicht.

ASciNA Award 2012

Auch 2012 vergab ASciNA in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) Preise in den beiden Kategorien "Young Investigator" bzw. "Principal Investigator" - jeweils dotiert mit 10.000 Euro. Die Preisverleihung fand heuer im Rahmen des 10-jährigen Geburtstagsfests von ASciNA am 17. Dezember 2012 in den Räumen des Palais Harrach in Wien statt. Die Preise wurden durch Bundesminister o. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz TÖCHTERLE überreicht. Zum Anlass der ASciNA Preisverleihung und des 10-Jahres-Jubiläums hatten wir außerdem die Ehre, einige ASciNA Gründungsmitglieder und drei der bisher vier ASciNA Präsidenten zu begrüßen. Eva Schernhammer und Peter Nagele reisten für die Laudation an, um die Preisträgerinnen gebührend vorzustellen.

Personen: v.l.n.r.: Peter Nagele, Hubert Zajicek, Eva Schernhammer, Bernadette Wegenstein, Karlheinz Töchterle, Eva M. Fast, Philipp Marxgut und Philipp Steger. Fotocredit: BMWF/Haslinger

Die Preisträgerinnen

Der Preis für den Young Scientist ging an DI (FH) Eva M. Fast für ihre Arbeit “Wolbachia Enhance Drosophila Stem Cell Proliferation and Target the Germline Stem Cell Niche“ (Science, November 2011). Der Preis für den Junior PI Award ging an Dr. Bernadette Wegenstein für ihre Arbeit über “The Cosmetic Gaze: Body Modification and the Construction of Beauty” (MIT Press, 2012). Bernadette Wegenstein ist derzeit Research Professor an der Johns Hopkins University, am Department of German and Romance Languages and Literature in Baltimore, Maryland, wo sie auch das Center for Advanced Media Studies leitet.

Die Sprach- und Literaturwissenschaftlerin, Künstlerin, und Filmemacherin hat sich in ihrer prämierten Arbeit den Schönheitsidealen der Zeit bis zur Schönheitschirurgie gewidmet. Sie erörtert die Geschichte des Makeovers mittels des theoretischen Konzepts des "kosmetischen Blickes" - ein Blick auf den Körper, der von der Technik, den Erwartungen und den Strategien der Körpermodifikationen informiert und in erster Linie moralisierend ist, da er Verbesserung erwartet sowohl innerlich wie äußerlich. In ihrem jüngsten Filmprojekt "The Cure" befasst sie sich ebenfalls mit dieser Thematik - allerdings im Zusammenhang mit Brustkrebs. Bernadette Wegenstein lebt gemeinsam mit ihrem Mann und den drei Kindern in Baltimore.

Personen: v.l.n.r.: Hubert Zajicek, Bernadette Wegenstein, Karlheinz Töchterle, Fotocredit: BMWF/Haslinger

Die Biotechnologin Eva Fast ist derzeit mit ihrer Dissertation am Department of Biology der Boston University beschäftigt. Sie entführt uns in die Welt des beliebten Forschungsmodells Drosophila. Ihre Arbeit über Wolbachia-Bakterien, die weiblichen Fliegen-Ovarien infizieren und so eine vermehrte Eiproduktion in den Fliegen induzieren, die wiederum für die Bakterien-verbreitung verantwortlich ist, klingt zwar wie ein Zungenbrecher, ist aber tatsächlich ein wichtiger Einblick in den Mechanismus von bakterieller Infektion. Sie ist Teil des executive teams im Chapter ASciNA Greater Boston und hat im Rahmen von Ascina auch das Mentoring Programm absolviert.

Personen: v.l.n.r.: Hubert Zajicek, Eva M. Fast, Karlheinz Töchterle, Fotocredit: BMWF/Haslinger

Der schöne Abend wurde auch von Presse entsprechend kommentiert. Hier geht es zur APA-Pressemeldung.

Es gab auch noch ein interessantes Interview im Kurier bzgl. Karriere in USA: “Junge Österreicher an US-Elite-Instituten: hoch geschätzt, hochmotiviert – und mit freundlichem Blick auf die Heimat“.